
Das Julfest – Das Licht kehrt zurück
Das Julfest ist eines der ältesten Sonnenwendfeste der Menschheit. Es wird traditionell zur Wintersonnenwende gefeiert – also in der längsten Nacht des Jahres, wenn die Sonne ihren tiefsten Stand erreicht hat. Ab diesem Moment beginnt das Licht langsam wieder zuzunehmen – ein Wendepunkt im Jahreskreis.
In der Regel wird das Julfest am 21. oder 22. Dezember gefeiert (abhängig vom Sonnenstand). In spirituellen Kreisen ist es der Übergang vom Dunkel zum Licht, vom Alten zum Neuen – ein Fest der Wiedergeburt der Sonne.
Urpsrung & Bedeutung
Der Name „Jul“ stammt aus dem Altnordischen („Jól“) und wurde bereits von den Germanen und Kelten gefeiert – lange vor dem christlichen Weihnachtsfest. Es war ein Sonnenwendritual, bei dem das „neugeborene Licht“ begrüßt und die Wiederkehr der Lebenskräfte geehrt wurde.
Viele heutige Weihnachtsbräuche – wie Kerzen, Tannenbaum, Feuer, Räuchern und das Teilen von Speisen – stammen ursprünglich vom Julfest.
Das Julfest kann sehr individuell gestaltet werden – hier einige verbreitete Rituale:
Lichtzeremonie: Kerzen oder ein Julfeuer entzünden, um das Licht zu begrüßen. Jeder darf eine persönliche Kerze entzünden, begleitet von einem Wunsch.
Räuchern: Mit Kräutern wie Wacholder, Weihrauch oder Beifuß – zur Reinigung von Haus und Seele.
Julkranz oder Julblock (Yule Log): Ein Holzscheit (meist Eiche), manchmal verziert, wird verbrannt – als Symbol für das Opfer des alten Jahres und als Einladung an das neue Licht.
Wunschrituale: Zettel mit Wünschen oder Altlasten werden verbrannt oder vergraben – zum Loslassen und Neubeginn.
Orakeln & Innenschau: Diese Zeit lädt zur Meditation und Stille ein – Träume und Zeichen werden oft als besonders bedeutungsvoll wahrgenommen. Â
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Symbole des Julfest
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Kerzen und Feuer
symbolisieren die Wiederkehr des Lichts. Sie stehen für Wärme, Hoffnung, Lebensenergie und den Sieg des Lichts über die Dunkelheit.
Immergrüne Pflanzen
wie Tannenzweige, Eibe oder Stechpalme gelten als Zeichen für Leben, Schutz und Unvergänglichkeit. Sie wurden ins Haus geholt, um die Lebenskraft auch in der dunklen Zeit zu bewahren.
Die Mistel
gilt seit jeher als heilige Pflanze. Sie steht für Schutz, Fruchtbarkeit und Liebe – oft wurde sie über Türen gehängt, um Glück ins Haus zu bringen.
Der Julkranz
meist aus immergrünen Zweigen und mit vier Kerzen versehen – symbolisiert den Sonnenkreis und den ewigen Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt.
Der Julblock (Yule Log)
ist ein traditioneller Holzscheit (oft aus Eiche), der im Feuer verbrannt wird. Dabei werden Wünsche, Dank und Altes symbolisch dem Feuer übergeben – als Opfergabe und Bitte um Segen für das neue Jahr.
Tiere wie Hirsch, Bär oder Wolf
tauchen häufig in alten Mythen auf und stehen für Kraft, Wandlung und die Verbindung zur wilden Natur und den Ahnen.